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Donnerstag, 19. Juni 2008 23:05

Aus persönlichen Gründen kann dieses Blog zzt. nicht weitergeführt werden.

Irland 2008, 07. Tag: Kenmare-Portmagee. Einzigartige Aussichten

Sonntag, 13. April 2008 18:00


Ring of Kerry
*klick* f�r Panoramabilder

 

Ring of Kerry
Der Ring of Kerry ist noch sch�ner als der Ring of Beara. Eine Panoramastra�e, immer an der K�ste entlang, mit wundervollen Aussichten. Dazwischen viele interessante Haltepunkte, besonders viele steinzeitliche St�tten.

 


Ring of Kerry

 

Die Sch�nheit dieser Landschaft mit ihren Felsen, Meer, Inseln, kleinen Klippen und Aussichten hat mich so ber�hrt, dass mir tats�chlich die Tr�nen kamen.

 


Ring of Kerry
*klick* f�r Panoramabilder

 

Blackwater Bridge
Der Fluss flie�t bezaubernd sch�n durch eine kleine Schlucht. Wir k�nnen jetzt schon erahnen, wie �ppig gr�n es hier im Sommer sein muss.

 

Staigue Fort
Ein Rundbau, umgeben von einem Graben. Die Mauern sind 4 m dick. Durch einen schmalen Einlass gelangt man in den Innenbereich mit zwei Kammern und Treppen.

 


Staigue Fort

 

Caherdaniel
Hier gibt es ein nettes Restaurant mit herrlicher Aussicht, in dem ich mein erstes Irish Stew gegessen habe.

 

 


Ring of Kerry

 

 


Ring of Kerry

 

Nachdem wir ein sch�nes B&B in Portmagee gefunden hatten, machten wir uns noch auf, die Valencia Island zu erkunden. Man erreicht sie �ber eine Br�cke von Portmagee aus. Die Karte, die wir von der netten Gastgeberine im B&B bekommen hatten, f�hrte uns ab und zu in die Irre - ich glaub, ich war einfach zu bl�d. Aber bei der wundersch�nen Gegend macht es nichts, mehrfach die gleiche Stra�e zu fahren : ) Die Klippen im Nordosten der Insel sind spektaku�r. Im S�dwesten fahren wir zu einem Parkplatz am Weg zum Aussichtspunkt “Bray Head”. F�r heute ist mir die Strecke zu lang (und Rashi wartet im Auto), aber f�r morgen nehme ich mir fest vor, nochmals herzukommen. Der Weg ist einfach traumhaft, mit wundervollen Aussichten, Blick auf die kleinen Inseln. Und es ist absolut still - bis auf ein Schaf, das ab und zu bl�kt.

 

 

 

 


Portmagee Heights, New Road, Portmagee, Co. Kerry
stay@portmageeheights.com
� 80.-

Lage:
5 Minuten von der Ortsmitte entfernt, mit herrlichem Blick auf Valencia Island. Und weil es mein Lieblings-B&B in Irland war, gibts diesmal auch ein Foto.

 

 

 

 

Zimmer und Verpflegung:
Neues Haus, modern und luxuri�s eingerichtet. Sehr ger�umige Zimmer. Supernette Vermieterin. Powerdusche. Fr�hst�ck eines der besten!

Bewertung:
Sehr gut (1-)

 

 

Today’s note
Als wir den Fernseher in unserem B&B anschalteten, wurde es uns wieder bewusst: Hier ist Gaeltacht-Gebiet! Das war kein unverst�ndliches Englisch, was wir dort h�rten. Das Englische stand in den Untertiteln.

In diesen Gegenden wird die irische (g�lische) Sprache ganz besonders gepflegt. In Connemara, das auch dazu geh�rt, erz�hlte uns jemand, dass das G�lische dort Muttersprache ist, d. h. die Kinder wachsen erst einmal mit dieser Sprache auf und lernen dann Englisch so wie wir in Deutschland in der Schule! Auch in den nicht-g�lischen Gebieten Irlands ist G�lisch in der Schule Pflichtfach und die Kinder werden in den Ferien in die Gaeltacht-Gebiete geschickt, um die Sprache besser zu lernen. Wer Englisch spricht, muss nach Hause fahren. Vielen Kindern gef�llt es in den g�lischen Gegenden so gut, dass sie nur unter Protest und unter vielen Tr�nen heimkehren.

Es ist eine sch�ne und faszinierende Sprache, mit vielen Chr- und Sch-Lauten. Sie ist noch immer gepr�gt vom keltisch-christlichen Erbe. Man begr��t sich z. B. mit “Gott mit dir” und wenn man jemanden unterwegs trifft, der im Garten arbeitet, sagt man “Gott segne deine Arbeit”.

 

 

Today’s highlight
13.04.
Ich kann mich nicht entscheiden - beides auf seine eigene Weise: Der Ring of Kerry mit unglaublichen Aussichten und der Weg zum Bray Head auf Valencia, der eine besondere Faszination auf mich hatte.

 

 

 

Irland 2008, 06. Tag: Kinsale-Kenmare. Stein und Wasser und der erste Regenbogen

Samstag, 12. April 2008 18:00

Wer nach Irland f�hrt, kommt an einem Besuch eines Steinkreises nat�rlich nicht vorbei. Wir haben uns f�r heute den Drombeg Stone Circle ausgesucht. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die sich zum Meer erstreckende H�gellandschaft.

 


Drombeg Stone Circle

 

Der Kreis hat einen Durchmesser von 9,5 Metern und besteht aus 17 Steinen. Die beiden Portalsteine sind 2,2 m hoch und markieren den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende. An diesem Tag verschwindet die Sonne hinter einer H�gelkuppe am Horizont, taucht kurz darauf dann aber nochmals ein St�ck unterhalb in einem Einschnitt zwischen zwei Bergen auf und beleuchtet einen Moment lang den Steinkreis.

 


Fulacht Fiadh, steinzeitliche Kochstelle

 

In der N�he liegen die Fundamente von zwei Steinh�tten und einen “Fulacht Fiadh”, eine Kochstelle, �ber die ich bereits hier geschrieben habe. Dadurch wirkt der Ort sehr “lebendig”. In der Kochstelle k�nnen �ber 300 l Wasser in 15 Minuten zum Kochen gebracht werden und drei Stunden warm gehalten werden.

Ich empfinde hier eine traurige, aber auch getr�stete Atmosph�re. Es ist ein besonderer Ort. In der Mitte des Kreises liegt ein flacher Stein, auf dem viele M�nzen und andere “Opfergaben” liegen. Bring also etwas mit, wenn du den Kreis besuchst.

 

Ring of Beara
Die “kleine Schwester” des Ring of Kerry ist ebenfalls eine wild-romantische Sch�nheit. Die Aussicht wird, wenn man im Uhrzeigersinn f�hrt, immer eindrucksvoller. Atemberaubend ist es ganz im Westen. Meer, Buchten, Felsen, Berge, Felder. Beim kleinen Standstrand bei Cummeen mussten wir Haltmachen und die F��e ins (eisige) Wasser stecken. Muscheln und Steine suchen. Auf die Wellen h�ren. Wie ich das Meer vermisst habe!

In Kenmare sahen wir unseren ersten Regenbogen in Irland, der auch der einzige bleiben sollte. Ein Foto gibt’s nicht, so lange hat er nicht stillgehalten : )

 

 


Leebrook House, Killarney Road, Kenmare, Co. Kerry
� 70.-

Lage:
An der Stra�e gelegen, 5 Minuten bis zum Stadtzentrum.

Zimmer und Verpflegung:
Auch der Fernseher macht nicht wett, dass es ein sehr kleines und altes Zimmer ist. Das Holzbett ist gefakt: An der Wand ist ein Brett angebracht, das aussieht wie das Kopfteil eines Holzbettes. Das Bett selbst ist ein Schaumstoff-G�stebett.
Fr�hst�ck ist nicht besonders.

Bewertung:
Ausreichend (4)

 

 

Today’s note
Bisher hat es an jedem Tag einmal oder mehrfach ganz kurz geregnet, am ersten Tag etwas l�nger, aber keine 15 Minuten. Dann kam die Sonne wieder durch. Wir hatten in den gesamten 2 1/2 Wochen nur f�nf oder sechs Tage mit diesen kurzen Regenschauern oder stark bew�lktem Himmel, ansonsten schien immer die Sonne.

 

 

Today’s highlight
12.04.
Der Steinkreis ist nah dran, der Regenbogen auch. Aber gegen einen Spaziergang am Meer kommen beide nicht an!

 

 

 

 

 

 

Irland 2008, 05. Tag: Kilkenny-Kinsale. Dunkle Höhlen, trutziger Felsen und Ent-Wälder

Freitag, 11. April 2008 18:00

Dunkel war es in der Höhle Dunmore Cave, die heute nicht öffnen konnte, weil kein Strom da war. Na dann.

 

Rock of Cashel
Weiter zum Rock of Cashel (auf dem “a” betonen), eine sehr imposante Kathedrale hoch über der Stadt. Von Süden aus laufen alle Straßen auf den mächtigen Felsen zu. Das berühmte St. Patrick’s Cross wird in einem kleinen Museum aufbewahrt. Es ist allerdings sehr verwittert.

 

Auf mich wirkte diese Anlage aus der Ferne mächtig und imposant (siehe Fotos), aus der Nähe aber eher deprimierend und ohne Atmosphäre. Das ehemalige Symbol für Macht, der Sitz von Königen (Hochkönig Brian Ború wurde hier gekrönt) und Kirchenmännern - heute eine Wohnstätte der Krähen …

 

 

 

Wer vom Rock of Cashel aus nach Süden auf der N8 und dann R668 Richtung Lismore fährt, kommt über eine schöne Passstraße über den Sugarloaf Hill. Von ganz oben gibt es eine herrliche Aussicht (Foto klicken für Panoramabilder).

 


*klick* für Panoramabilder

 

Kurz vor Lismore fährt man auf einem verwunschenen Weg, wie ich ihn hier beschrieben habe. Durch einen sonderbaren Wald fließt ein kleiner Bach. Die Bäume wirken wie erstarrte Ents, die Zweige weisen drohend in alle Himmelsrichtungen. Das Flüsschen hüpft über viele enge und steinige Stellen. Der Wald ist schwer zugänglich, kein Wanderweg in Sicht. Es gibt auch nur wenige Stellen, wo man auf dieser sehr schmalen Straße gefahrlos anhalten kann. Doch wahrscheinlich wirkt der Wald nur jetzt im April zu bizarr. Im Sommer wird er seine mysteriöse Seite unter einem grünen Blätterdach verstecken …

 

 

Cork
“Malerische Brücken”, georgianische Prachtstraßen, enge Gassen aus dem 17. jahrhundert - so preisen die Reiseführer die Stadt Cork an. Vielleicht hatten wir das Pech, die ganze Zeit in falsche Stadtteile gefahren zu sein - ich konnte jedenfalls nichts schönes an Cork entdecken. Ich behalte es als hässlichste Stadt Irlands in Erinnerung: Typische Großstadthektik, hässliche Gebäude, Industrieanlagen, Billig-Einkaufszentren, Betonklötze. Bloß weg hier!

Und tatsächlich - es dauert keine 15 Minuten und wir sind wieder in der herrlichen Natur, in ländlicher Umgebung und einer schönen hügeligen Landschaft. Weiter Richtung Süden finden wir ein weiteres sehr empfehlenswertes B&B in Kinsale.

 

 

 


Rivermount House, Barrells Cross, Kinsale, Co. Cork
info@rivermount.com
€ 90.-

Lage:
Auf einem Hügel gelegen mit Bick auf das Flußtal. Wunderschöne Aussicht. Etwas außerhalb von Kinsale.

Zimmer und Verpflegung:
Sehr geräumiges, modernes und geschmackvoll eingerichtetes Zimmer in luxuriösem Haus. Möglichkeit zur Internetnutzung. Sehr leckeres Frühstück.

Bewertung:
Sehr gut (1-)

 

 

Today’s note
Wer nach Irland fährt, sollte sich mit guten Karten ausstatten. Ich kam mit der Shell Länderkarte Irland (1:350 000) sehr gut klar, in den gälischsprachigen Gebieten reicht diese allerdings nicht aus, weil dort nur noch gälische Ortsnamen ausgeschildert sind. Eine gute Ergänzung ist “The Complete Road Atlas of Ireland”, der für mich aber verwirrender war als die Shell-Karte und auch keine grün markierten Straßen (landschaftlich besonders schön) hat.

Trotz guter Karten und guter Vorbereitung hätte ich aber ohne unsere “Susie” besonders in Städten arge Schwierigkeiten bekommen. Denn es sind hauptsächlich die schnellen “N”-Straßen und nicht die kleinen “grünen” Straßen gut ausgeschildert. Auch auf manche Sehenswürdigkeiten wird nur kurz vorher auf kleinen braunen Schildern hingewiesen, recht problematisch, wenn man sich nicht genau auskennt. Aber gemeinsam mit “Susie” waren wir unschlagbar.

“Susie” ist unser Navi. Sie war zwar nicht mehr auf dem allerneuesten Stand (und erkannte einige neue große Straßen nicht), aber wir waren sehr, sehr froh, dass wir sie mithatten. So brauchte ich nur ab und zu auf der Karte zu verfolgen, wo wir waren, und konnte mir das mühsame Schildersuchen ersparen. Ein Tipp: Da die Aussprache der englischen Straßennamen sehr gewöhnungsbedürftig ist (wir hatten das Gefühl, es wurde extra so gesprochen wie man es lesen würde), stelle man eine Sprecherin ein, die auf die Namensnennung verzichtet - Susie eben!

 

 

Today’s highlight
11.04.
Der Ent-Wald vor Lismore, durch den ich gern einmal wandern würde.

 

 

 

 

 

 

Irland 2008, 04. Tag: Wexford-Kilkenny. 9000 Jahre Geschichte

Donnerstag, 10. April 2008 18:00


Irish National Heritag Park, Wexford

 

Die Geschichte Irlands, angefangen bei den ersten Siedlern in der Steinzeit bis zu den Normannen, lässt sich sehr eindrucksvoll nachvollziehen im schön angelegten Irish National Heritage Park in Wexford. Das Freilichtmuseum bietet in einer urwüchsigen Sumpflandschaft verschiedene nachgebaute Anlagen: Steinzeithütten, Dolmen, Steinkreis, Crannóg (Ansiedlung auf künstlichen Inseln), Klostersiedlung, Rundturm, Ringfort, Wikinger-Bootshaus und Normannenfestung. Alles ist wunderschön stimmig gelegen in dem naturbelassenen Gebiet, das es einem einfach macht, sich in diese lang zurückliegende Zeit zu begeben und ein wenig Einblick in das Alltagsleben der Menschen zu bekommen.

 


Wikingerschiff ahoi!

 

Hier findet man übrigens auch eine nachgebaute horizontale (!) Wassermühle und ein “Fulacht Fiadh”, eine Kochstelle. Sie besteht aus einem Steinbecken, in das man das erlegte Fleisch hineingab und dazu Steine, die in einer nahen Feuerstelle erhitzt wurden. Auf diese Weise konnte man große Mengen Fleisch sehr schnell und schmackhaft zubereiten. Das haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben (die müssen ziemlich geschlemmt haben : )

 

Am interessantesten für mich war eine kleine nachgestellte Siedlung, die zeigt, wie die Menschen hier gelebt haben, als der Heilige Patrick nach Irland kam.

 


Klostersiedlung

 

Unser heutiges Ziel ist Kilkenny, eine der vielen schönen Städtchen Irlands. Sie ist bekannt durch einen besonders dunklen Kalkstein, der poliert wie schwarzer Marmor aussieht. Man sieht viele Häuser, auch Kirchen, bei denen dieser Stein verwendet wurde.

 

Heute, nach dieser B&B-Katastrophe von gestern, gehts uns beiden nicht gut und wir beschließen, ins Kino zu gehen: “The Spiderwick Chronicles”, ein richtig schöner Kinderfilm nach den Büchern von Holly Black und Tony DiTerlizzi. Daraufhin musste ich natürlich die irischen Buchhandlungen stürmen, um die gebundene, herrlich illustrierte Buchserie zu bekommen : )

 

 

 

Hillgrove, Warrington, Bennettsbridge Road (R 700), Kilkenny, Co. Kilkenny
hillgrove@esatclear.ie
€ 66.-

 

Lage:
5 Minuten bis Kilkenny Stadtmitte, direkt an der Hauptstraße.

 

Zimmer und Verpflegung:
Sehr schönes Zimmer, mit Antiquitäten ausgestattet. Die Vermieterin ist eine sehr feine “irish Lady” und sehr freundlich und hilfsbereit. Sie war die einzige, von der wir sofort einen (kostenlosen) Stadtplan bekamen und eine umfangreiche Erklärung aller Sehenswürigkeiten in der Umgebung. Das Frühstück gehörte zu den besten, die wir in Irland bekamen (Mrs. Margaret Drennan ist Breakfast Award Winner 1999), es gibt sogar eine Menüauswahl.

 

Bewertung:
Gut (2)

 

 

Today’s note
Das “Irish Breakfast”, das man auf jeden Fall einmal ausprobieren sollte (die Vermieter freuen sich immer sehr, wenn man es als Deutsche bestellt), und bei dem man dann wahrscheinlich für den Rest seiner Zeit in Irland auch bleiben wird, besteht aus mehreren Gängen:

1. Frühstücks-”Cerealien” mit Milch oder Porridge

2. Auf einem vorgewärmten Teller serviert: Spiegeleier (wahlweise Rührei), Frühstücksspeck (etwas dicker als der, den man hier unter diesem Namen bekommt), kleine gebratene Würstchen, gegrillte Tomate, außerdem manchmal noch warme Bohnen in Tomatensoße, gegrillte Champignons, Black, White oder Red Pudding,
dazu Toast, Orangensaft und schwarzer Tee

3. Soda Bread und Orangenmarmelade (jam), wenn man Glück hat auch Himbeer- oder Erdbeermarmelade.

 

 

Today’s highlight
10.04.
Die schöne stimmige Atmosphäre im Irish National Heritage Park, die einen Zeitreise-Effekt hat.

 

 

 

 

Irland 2008, 03. Tag: Shankill-Wexford, Teil 2. Das Tal der zwei Seen

Mittwoch, 09. April 2008 21:00

 

 


Glendalough, Upper Lake

 

In Glendalough (Gleann dá Loch, “Tal der zwei Seen”) erhielt ich den ersten Teil einer Antwort auf die Frage, mit der ich nach Irland gekommen bin (s. o.). Sie bezieht sich auf das keltische Christentum, das von hier ausging, sich in alle Welt verbreitete, und dessen Spuren und Wirkungen man auch heute noch sehen kann.

 

Glendalough ist eine berühmte Klostersiedlung. Die Ausstellung und der Einführungsfilm am Eingang (kostenpflichtig) lohnen sich, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Für das Betreten des Gelände selbst muss man nichts zahlen. Danach sollte man sich aufmachen zu den Seen (unbedingt zumindest bis zum Beginn des Upper Lake laufen), um den besonderen Zauber dieser Gegend zu spüren, der den Heilige Kevin bewogen hat, hier zu bleiben und jahrelang in einer Höhle in den Bergen ein Eremitendasein zu führen. Erst zum Schluss sollte man dann die Klosteranlage besuchen.

 

 


St. Kevin’s Kitchen, links dahinter der Rundturm

 

Auf dem gesamten Gelände verstreut findet man Gebäudereste von Kirchen, Kevin’s Bed, eine kleine Felshöhle, eine Bienenkorbhütte, in der er auch gelebt haben soll, sowie Steinkreuze und Reste eines alten Steinforts. Die Hauptanlage des Klosters ist noch vor dem Lower Lake. Hier gibt es auch einen Rundturm (10. Jh., der obere Teil wurde im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut). In der St. Mary’s Church (10. Jh.) wurde das Grab des Heiligen Kevins noch bis ins 18. Jahrhundert verehrt. Die größte Kirche ist die Cathedral of St. Peter and St. Paul. Das Wahrzeichen von Glendalough, eine weitere Kirche mit kleinem rundem Glockenturm, wird aus einem unerfindlichen Grund “St. Kevin’s Kitchen” genannt. Der Friedhof in der Nähe wird immer noch genutzt.

 

 

Der Heilige Kevin (Kevin von Glendalough) liebte die Natur über alles und fühlte sich in Gesellschaft von Pflanzen und Tieren wohler als unter Menschen. Im Jahr 498, als er ein junger Mönch war, entschloss er sich, als Eremit zu leben, um im Einklang mit der Natur zu sein und seinen Glauben zu vertiefen. Er suchte nach einer geeigneten Gegend - und fand dieses Tal mit den zwei Seen. In den Bergen fand er eine Höhle und richtete sich als Einsiedler ein. In den folgenden sieben Jahren lebte er hier ganz allein. Er schlief auf dem Boden, als Kopfkissen ein Stein, er lebte von dem, was das Land hergab, und er verbrachte viel Zeit im Gebet vor Gott. Dann erfuhren die Leute, die hier wohnten, von dem Mann in den Bergen. Sie waren fasziniert von ihm, denn sein Leben spiegelte die Liebe Gottes wider. Viele Menschen suchten seine Nähe, fragten ihn um Rat und wollten von ihm lernen. Immer mehr sahen ihn als Lehrer und blieben bei ihm. Schließlich sah der Heilige Kevin ein, dass er nicht weiter als Eremit leben konnte. Er betete über eine Entscheidung und gründete schließlich das Kloster Glendalough. Als er schließlich in hohem Alter im Jahr 618 starb, war hier ein wichtiges geistliches Zentrum entstanden.

 

Kevin ist Patron der Hauptstadt Dublin und Patron der Amseln. Der Sage nach betete Kevin in der Fastenzeit mit ausgebreiteten Armen, als eine Amsel ihm auf eine Hand flog und ein Ei hineinlegt. Kevin blieb in dieser Gebetshaltung, bis die Amsel das Ei ausgebrütet hatte und das Junge flügge war.

 

 

Rashi hat mich allein losgeschickt, mir die Anlage anzusehen (er weiß schon, warum). Ich wähle einen schmalen Fußweg, einen Nebenweg zum “Green Way”. Er führt durch einen seltsamen moosbedeckten Wald, Schilf und Moor zu den Seen. Der Upper Lake ist besonders romantisch zwischen zwei Bergen gelegen. Man spürt die Ruhe und Besonderheit des Ortes. Weil wir so früh im Jahr und außerhalb der Saison unterwegs sind, treffen wir nicht die Menschenmassen, die hier im Sommer herumlaufen. Wer die Atmosphäre erleben will, sollte daher möglichst früh im Jahr oder morgens oder abends hierherkommen. Das gilt nicht nur für Glendalought, sondern für alle derartigen Orte in Irland. Wenn man zu “unpassender” Zeit da ist, kann man viel mehr spüren, sehen und erleben.

 

Beim Wandern durch das Gelände denke ich darüber nach, warum die Kelten “einfach so” Christen wurden. Hier gab es keine Kreuzzüge, keine blutigen Religionskämpfe. Es scheint so, als ob sie nur darauf gewartet hätten. Vielleicht hat es mit dem zu tun, was ich heute im Morgengebet von Bonhoeffer las:
“Mitarbeiter Gottes tragen eine hohe Verantwortung. Sie haben die Gegenwart Gottes in sich und sollen sie zu den Menschen bringen.”

 

Die Klosteranlage selber ist ein ganz besonderer Ort. Man kann natürlich, mit Baedecker und Digitalkamera bewaffnet, durch die Ruinen laufen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten “abarbeiten” und dann den Ort auf seiner Liste der zu besichtigenden Orte abhaken. Man kann ihn auch anders entdecken:

 

Von der Klosterkirche stehen noch die Mauern. Kein Dach, kein Schmuck. Ruinen. Alte Steine. Tritt leise ein, geh langsam hinein in das alte Gebäude, schau nach oben durch die Öffnung in der gegenüberliegenden Mauer. Schließ die Augen. Und spüre … Und horche … Und sieh: Die Mauern schließen sich. Statt des Himmels über dir - ein Dach. Ein Fenster in der Wand vor dir. Menschen. Sie beten. Sie singen. Sie loben Gott.

 

Ich treffe einen freundlichen Iren und wir merken wohl gegenseitig die Faszination, die dieser Ort beim jeweils anderen auslöst. Er kann es nicht fassen, dass so viele seiner Landsleute das keltisch-christlichen Erbe völlig ignorieren. Er empfiehlt mir sehr, Clonmacnoise anzuschauen (zu “erspüren”) und ich folge seinem Rat, obwohl das ein großer Umweg sein wird und nicht auf unserem Plan stand. Es sollte sich als ausgezeichneter Rat herausstellen, denn dort finde ich den nächsten Teil der Antwort auf meine Irland-Frage.

 

Wer aus dem Zauber dieses Ortes nicht “einfach so” wieder in den Alltag treten möchte, kann dies auf behutsamen Pfaden tun, indemer das Labyrinth, das hinter dem Tourist Center auf einer Wiese angebracht ist (Kiesweg), einmal durchschreitet.

 

 

 

 

 

Copyrighthinweis: Heiliger Kevin von Glendalough

Irland 2008, 03. Tag: Shankill-Wexford, Teil 1. Wasserfälle, Berge und sich versammelnde Wasser

Mittwoch, 09. April 2008 20:00

Mein erstes irisches Frühstück (sollte man unbedingt probieren, die Gastfamilien freuen sich, wenn man als Deutscher eins bestellt, und vielleicht bleibt man dabei für den Rest des Urlaubs - so wie wir) fand ich sehr lecker, auch die von Rashi als “ungenießbar” verschmähten kleinen Würstchen. Nur an die Orangenmarmelade werde ich mich wohl nie gewöhnen. Warum packt man die Orangenschalen dazu? Ohne diesen fiesen bitteren Beigeschmack wäre es bestimmt viel leckerer.

 

Ich habe es morgens sogar geschafft, 40 Minuten zu joggen, wurde von zwei Hunden, einer davon dreibeinig, verbellt, und habe einen ängstlichen dritten Hund vor mir hergescheucht. Recht hügelig, die Gegend.

Wir sind sehr früh in Irland. Jetzt, Anfang April, haben viele Bäume noch keine Blätter und tragen das erste zaghafte Grün nur vereinzelt. Trotzdem lohnt es sich! Die Magnolien fangen erst an zu blühen und überall sieht man die gelben Blüten des Ginsters. Durch die blattlosen Bäume kann man mehr von der Landschaft sehen : ). An einigen Orten, die ich ganz besonders mag, tragen diese Bäume, die ihre Äste dramatisch in alle Himmelsrichtungen strecken, sehr zur Atmosphäre bei. Das sind Gegenden, in denen die Straße eng wird und durch ein Tal führt. Man hat auf der einen Seite einen steilen Berg, auf der anderen, abgegrenzt von einer alten Mauer, einen wildromantischen Wald, durch den ein Flüsschen strömt und über Steine springt.

 

Powerscourt Waterfall
Er liegt auf dem Gelände der Powerscourt Gardens, einer der schönsten Gartenanlagen Irlands.

 

Von dort aus gibt es einen Wanderweg (1 h), aber man kann auch mit dem Auto dorthinfahren (was der Baedecker verschweigt). Der höchste Wasserfall Irlands ist (lt. Baedecker, es gibt einige sich widersprechende Quellen) 120 m hoch.

Am Eingang (Achtung, die Eintrittskarte für Powerscourt Gardens gilt nicht, hier wird nochmal abkassiert) stehen Schilder, die u. a. in kyrillischen Schriftzeichen (das sei dringend nötig für die vielen osteuropäischen Besucher, wie uns der Wärter erklärte) ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass laute Musik und Alkoholtrinken nicht erlaubt ist. Irgendwie schade, dass man darauf hinweisen muss, oder?


 

“Powerscourt” hat übrigens nichts mit “power” zu tun, sondern ist eine englische Verballhornung des Namens der Familie LePoer, die hier 1300 eine Burg errichtete.

 

Der Wasserfall macht einen gewaltigen Eindruck. Ich bekam große Lust, ganz nah ranzugehen, dazu muss man ein bisschen über Steine klettern. Ich fühlte Ruhe und viel Kraft und dachte daran, dass es viele Mythen über geheimnisvolle Wesen an Wasserfällen gibt. Hier kann man gut nachvollziehen, wie diese Vorstellungen entstanden sind. Für mich ist es ein Ort, wo die Natur Gott ganz besonders ehrt und lobt.


 

Die Landschaft, in der wir heute unterwegs waren, sind die Wicklow Mountains. Es lohnt sich sehr, eine Rundtour zu machen. Das Gebirge überqueren kann man an zwei Pässen, Sally Gap und Wicklow Gap. Es gibt wunderschöne Aussichten, überraschend viel Wald (für Irland), dunkle Seen und sogar einen schneebedeckten Berg. Weil die Heide noch nicht blüht, wirken die Wicklow Mountains und viele andere Berggegenden viel karger und dramatischer. Ein dunkles, melancholisches Land.

 

Meeting of the Waters
Im schönen Vale or Avoca fließen der Avonmore und Avonbeg zum Avoca River zusammen. Der Ort ist berühmt durch das gleichnamige Gedicht des irischen Nationaldichters Thomas Moore. An dem Baum, an dem er das Gedicht geschrieben hat, steht ein Denkmal zu Ehren des Dichters.

 

There is not in the wide world a valley so sweet
As that vale in whose bosom the bright waters meet;
Oh! the last rays of feeling and life must depart
Ere the bloom of that valley shall fade from my heart.

 

Yet it was not that Nature had shed o’er the scene
Her purest of crystal and brightest of green;
‘Twas not the soft magic of streamlet or hill,
Oh! no - it was something more exquisite still.

 

‘Twas that friends, the belov’d of my bosom, were near,
Who made every dear scene of enchantment more dear,
And who felt how the best charms of nature improve,
When we see them reflected from looks that we love.

 

Sweet vale of Avoca! how calm could I rest
In thy bosom of shade, with the friends I love best,
Where the storms that we feel in this cold world should cease,
And our hearts, like thy waters, be mingled in peace.

 

Thomas Moore
(1779-1852)

 

 

 

Farmhouse, Wexford, Co. Wexford
€ 60.-

Lage:
Kurz vor Wexford (vom Norden aus), National Heritage Park nur 5 Minuten entfernt (mit dem Auto), auf der anderen Seite des River Slane.

Zimmer und Verpflegung:
Mangelhafte Zimmerausstattung, Heizung kann das Zimmer nicht wärmen, es ist eiskalt. Dusche funzt nicht da Vermieterin in unserem Beisein die Kordel für das Einschalten des Stroms abgerissen hat; weitere Dusche im Haus hat zwar warmes Wasser, aber es fließt nur ein Ministrahl. Frühstück mangelhaft in eiskaltem Raum (Heizlüfter nutzt auch nichts, wenn die Besitzer dauernd die Zimmer zu ihren weiteren eiskalten Räumen offenlassen.
Immerhin hatten wir ein Dach über dem Kopf. Seufz.
Nach dieser Erfahrung entschied Rashi, dass wir in Zukunft Farmhouses meiden.

Bewertung:
Mangelhaft (5)

 

 

Today’s note
Ich weiß jetzt, warum die Iren so sportlich sind: Sie versuchen die Pfunde abzuspecken, die sie wegen ihrer köstlichen Kuchen und Kekse draufbekommen. In jedem noch so kleinen Ort gibt es ein Cafehouse, in dem man die leckersten Kalorienbomben erstehen kann muss. Mein Favourit ist Shortbread, besonders das Chocolat Caramel Shortbread: überzogen mit einer Karamelcreme und Schokoguss. Unwiderstehlich!

 

 

Today’s highlight
09.04.
Glendalough. Eindeutig.

 

 

 

 

Irland 2008, 01./02. Tag: Wesel - Dublin. Die Anreise

Dienstag, 08. April 2008 22:00

Urlaub? Juhu Urlaub!
Irland war schon lange eines unserer Urlaubsziele, dieses Jahr ist es nun endlich so weit. Dabei hätte es auch anders kommen können: Nachdem ich zwei Wochen standhaft war, hat es mich in einer Frustphase erwischt - ich bin meinem Rashi nach Eriador gefolgt (”Der Herr der Ringe Online”) und einen winzigen Moment war durchaus die Überlegung da: “Oder machen wir Urlaub in Eriador”?

 

Aber nein, natürlich nicht. Lavendra und Rashnataan wurden vorübergehend in Standby-Modus gepackt und wir entschieden uns dafür, selbst neue Gegenden zu erkunden, Erfahrungspunkte zu sammeln und Abenteuer zu erleben …

 

Wir hatten uns entschieden, mit dem eigenen Auto nach Irland zu fahren. Das ist nicht nur günstiger, weil man sich dann “nur” auf die Linksfahrweise und nicht auch noch an ein Linksfahrauto gewöhnen muss, es hat auch einen unüberbietbaren weiteren Vorteil: Man kann so viel mitnehmen, wie ins Auto passt!

 

 

Vorbereitungen
Ein sehr gutes Info-Paket bekommt man kostenlos zugeschickt bei discoverireland.com. Ansonsten gibt’s natürlich jede Menge Infos im Internet. Ich hatte zwei Reiseführer mit, die sich wunderbar ergänzt haben: den Baedecker und den Reiseführer von Lonely Planet. Kann ich nur empfehlen!

 

Wer nach Irland fährt, so habe ich irgendwo gelesen, soll mit einer Frage kommen. Ich habe es gemacht und meine Frage auch beantwortet bekommen, auf eine ganz besondere Weise …

 

 

Die Anreise
ist dadurch natürlich schon mühsamer als bei einem Flug:

07.04.2008, 15.30 Uhr
Fahrt nach Rotterdam

07.04.2008, 19.00 Uhr
Fähre Rotterdam-Hull (P&O Ferries)

 

 

Blick zurück auf Rotterdam Europoort
Letzter Blick auf die Lichter von Rotterdam-Europoort.

 

 

08.04.2008, 7.00 Uhr
Fahrt von der Nordsee zur Irischen See, quer durch England und Wales,
von Hull nach Holyhead (350 km)

 

08.04.2008, 14.10 Uhr
Fähre Holyhead-Dublin (Irish Ferries)

 

 

Auch Wales liegt hinter uns.
Auch Wales liegt hinter uns.

 

 

Unterwegs wurden wir vom Deck verscheucht, weil eine Rettungshubschrauber-Übung durchgeführt werden sollte. Ich konnte gerade noch ein paar Fotos machen.

 

 

Hubschrauberübung auf der Fähre
Rettungshubschrauber-Übung auf der Fähre

 

 

Ankunft: 08.04.2008, 17.30 Uhr

 

Nach einigem Verfahren finden wir dann auch unsere (vorgebuchte) erste Bed&Breakfast-Unterkunft. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem Aquädukt vorbei. Rashi vermutete, dass es aus römischer Zeit stammen müsste; er meinte, nur Römer hatten Aquädukte gebaut. Ich widersprach, weil ich sicher war, dass die Römer nicht nach Irland gekommen sind.
Hmm … Der Baedecker gab uns keine Auskunft über Aquädukte in Irland, belehrte uns aber, dass es doch römische Siedler gab, die aus den Provinzen Britanniens stammten und in einigen Orten Irlands in Küstennähe Fuß fassten. Allerdings war der römische Einfluss zeitlich und lokal sehr beschränkt. Zu Hause habe ich mal bei Wikipedia geguckt - es gab sehr wohl Aquädukte, die nicht von Römern erbaut wurden. Die ersten Bauwerke dieser Art werden u. a. dem König Salomo zugeschrieben. Und auch die Griechen bauten Aquädukte.
Und tatsächlich habe ich auch etwas über “unser Aquädukt” gefunden. Es ist gar keins. Es ist ein Viadukt, das 1854 als Eisenbahnbrücke gebaut wurde.
Naja, immerhin haben wir was gelernt. :)

 

 

Der Name unseres B&B “Bride’s Glen Farmhouse” bedeutet “Tal der Brigid”, wie uns unsere Gastgeberin erzählte. Gemeint ist die Heilige Brigida von Kildare, einer ihrer Namen ist “Bride” (Braut). Die Legenden um sie sind verwoben mit den Sagen um die keltische Göttin Brigid. Die Heilige Brigida wird auch in Deutschland verehrt.

 

Im Badezimmer unseres B&B hängt ein Poster mit einem Bibelspruch. So werden wir willkommen geheißen in Irland : )

 

 

 

Bride’s Glen Farmhouse, Loughlinstown-Shankill, Co. Dublin
€ 70.-

Lage:
Gut von Dublin Port aus erreichbar, trotzdem ruhig gelegen, mitten in schöner Umgebung mit Wiesen und kleinem Flüsschen. Man sollte sich unbedingt eine Wegbeschreibung geben lassen und diese genau befolgen.

Zimmer und Verpflegung:
Mittelmäßige Zimmerausstattung, Frühstück o. k. (mit leckerem selbstgebackenem Brot)

Bewertung:
Befriedigend (3)

 

 

Today’s note
(1) Unser erster Eindruck, als wir von der Fähre runterkamen und durch Dublin fuhren: Die Iren sind ja so was von sportlich! Uns begegneten dutzende Jogger(innen), Walkerinnen und Rennradfahrer(innen). Letztere trugen fast alle Helm (!) und Rennradfahrerkleidung. Außerdem scheinen die Iren sehr abgehärtet zu sein. Bei gefühlten 8° Außentemperatur waren nicht wenige auf dem Rad in kurzen Hosen unterwegs. Brrr!

(2) Auch wenn das “Takeaway” unter dem herrischen Regiment einer zwergenwüchsigen Matrone steht und die “Untergebenen” nur mürrisch ihren Dienst verrichten - das Essen kann trotzdem SEHR lecker sein!

 

 

Today’s highlight
07.04.
Für einige kostbare Minuten die goldene Mondsichel zu sehen, während die Lichter von Rotterdam in der Ferne verschwinden.

08.04.
Das letzte Stück unserer Etappe Hull-Holyhead, das durch Wales führte. Hier kommen meine Vorfahrinnen mütterlicherseits her. Ich war zum ersten Mal in Wales und fühlte mich “begrüßt”.

 

 

Rezension “Erntemond” von Rudolf Marko

Samstag, 22. März 2008 16:41

Meine Leseausgabe
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 3-569-14406-X
Taschenbuch, 846 Seiten
Bei tauschticket getauscht.

Originaltitel
Erstveröffentlichung 1997
Wie entdeckt? Hinweis bei amazon
Wann gelesen? 03.03.08-22.03.08
Wo gelesen? zu Hause
Gesamtbewertung: gut

Genre
Belletristik/Roman

Autor
Rudolf Marko ist 1937 in Pilsen geboren und wuchs in Südböhmen, Österreich und Deutschland auf. Er war viele Jahre im Schuldienst tätig, davor und danach auch als Straßenbahnschaffner, Briefträger, Fabrikarbeiter, Schreiner und Zimmermann. Seit 1979 lebt er mit seiner Familie auf einer Farm in Kanada.

Umschlagtext
Erntemond von Rudolf Marko Ein junger Mann reist nach Megumaage, ein Land am nördlichen Ende der Welt. Er sucht Auskunft über seine früh verstorbene Frau, die einst von dort nach Europa kam und nie verriet, weshalb. Ein Jahr lang lebt und arbeitet er in der abgeschiedenen Siedlung zwischen den großen Wäldern. Dieses Jahr wird zum Wendepunkt seines Lebens.

Rudolf Marko beschreibt eine Welt am Ende der Welt - und eine Gemeinschaft von Menschen, die uns zeigt, wie wir alle einmal waren und längst nicht mehr sind.

Erster Satz und letzter Satz
“Wir hörten das hechelnde, grunzende Atmen des Pferdes, bevor wir den Reiter sahen.”

“Oben auf der Nebelwand ruhten geballte Wolken, braunrot in der untergehenden Sonne.”

Handlung
Eine Seuche hat die Menschheit fast völlig ausgerottet, nur die Alten und Kinder haben überlebt. Jahrzehnte später: Aus dem Königreich Bayern reist Chas Meary übers Meer in die Heimat seiner verstorbenen Frau, einer Indianerin. Er will herausfinden, warum sie damals fortging.
Ein Jahr lang lebt er in einer Gemeinschaft von Bauern und Handwerkern, die sich gegenseitig unterstützen und helfen, um zu überleben. Altes Wissen wurde aufgefrischt, denn es gibt keinen Strom mehr, keine Autos, keinen Fernseher, kein Radio … Anders als in Bayern, wo die Zivilisation nach dem alten Muster wieder begonnen hat, lebt man hier anders: ohne Ausbeutung der Natur und anderer Menschen, ohne aggressive Vorherrschaft der Männer (stattdessen werden Entscheidungen von allen getroffen, angeleitet durch einen Rat der weisen alten Frauen).

Doch es ist keine heile Welt. Auch hier gibt es Neid, Streit und Gewalt. Chas lernt auch die harten Gesetze der Gemeinschaft kennen. Am Ende erfährt er die Geschichte seiner Frau und entscheidet sich, seine Kinder zu holen und für immer mach Megumaage zurückzukehren.

Zitate, die mir nachgehen
“Ich sprach von allerlei Ungewohntem in der Sprache der Anassana von Megumaage. Zum Beispiel: Sie kennt zwei Geschlechter. Nämlich?”
“Männlich und weiblich, natürlich.”
“Eben - nicht. Mijesit: er ißt oder sie ißt. Am Wort kannst du nicht unterscheiden, ob von einem Mann oder von einer Frau die Rede ist. Nein, die beiden Geschlechter sind Belebtes und Unbelebtes. Du wirst staunen, was alles belebt ist.”

“Januar war der Mond, in dem die Fische einfrieren. Auf ihn folgten der Mond der Schneeblindheit und der Mond, in dem die Bären erwachen. Im Mond der fremden Gänse war ich in Seven Persons angekommen. Inzwischen hatten wir den Mond, in dem die Eier gelegt werden; er hieß auch Mond der Baumblüte, was nicht mehr so recht passte; die meisten Bäume hatten bereits im Mond der fremden Gänse geblüht. Juni war der Sommermond. Nach ihm kam der Mond, in dem die Wasservögel mausern; dann der Mond, in dem die jungen Vögel flügge werden. September hatte wiederum zwei Namen: Erntemond und Mond, in dem die Elche rufen. Die letzten drei Monate waren der Mond, in dem die Tiere fett werden - er hieß auch kurz Fettmond -, der Mond der Nebel, und der Mond der langen Nächte.”

Aufmachung/Cover
Motiv und Farbe passen sehr gut.

Eindruck
Eine Rezension in der Süddeutschen Zeitung fasst es sehr gut zusammen: “Die Menschen, die überlebt haben, stehen vor der Alternative, entweder die Zivilisation nach gehabtem Muster wieder zu starten - mit Ausbeutung der Natur und der Menschen - oder einen anderen Weg zu suchen. Die gerechtfertigte harsche Zivilisationskritik des Autors kommt keineswegs didaktisch-dröge daher - im Gegenteil: Wir Leser sind gefangen und fasziniert von dieser Lektüre. Marko schenkt uns die Vision, dass ein ganzheitliches, friedliches, nicht fremdbestimmtes Leben im Einklang mit uns selbst und unseren wirklichen Bedürfnissen möglich sein könnte.”

Es ist ein Buch, das mir Mühe gemacht hat. Es passiert sehr wenig, über lange Passagen werden Natureindrücke geschildert oder das ganz alltägliche Leben mit seiner vielen Arbeit. Das ist gewöhnungsbedürftig in einer hektischen Zeit, in der es auch in vielen Büchern hektisch zugeht. Aber mit Chas, der sich in dieser neuen alten Welt nach und nach einlebt und sie lieben lernt, habe ich mich eingelassen auf diese Atmosphäre der Ruhe, Langsamkeit, Konzentration auf das Wesentliche. Das Buch führt ohne große Erläuterungen und philosophischen Erörterungen nur durch seine leise, ruhige Erzählweise in eine Tiefe, die nachgeht.

Memento homo, quia pulveris es, et in pulverem reverteris.

Mittwoch, 06. Februar 2008 13:47

Am Aschermittwoch fängt alles an - jedenfalls die Vorbereitung auf das höchste Fest für die Christen, das Osterfest. Diese Vorbereitungszeit ist die Fastenzeit.

Und wie können wir uns vorbereiten? “Fasten” ist ja wieder “in”. Auch und gerade in der “Fastenzeit”. Da gibt es Zigarettenfasten und Süßigkeitenfasten und Alkoholfasten und Fernsehfasten und so weiter. Ich fürchte allerdings, dass bei den vielen Fastenaktionen der Kirchen zu sehr der äußerliche Aspekt des Fastens in den Vordergrund getreten ist. So wird oftmals als Ziel des Fastens angegeben, “sich selbst wiederfinden”, “frei von (schlechten) Gewohnheiten zu werden”, “sich Zeit für sich selbst nehmen”, mal “Neues” auszuprobieren. Alles ja ganz o. k., aber ich hab mehr und mehr “Bauchschmerzen” damit. Weil mir das Eigentliche fehlt. Das, was die Fastenzeit eigentlich will. Sie will nicht zu mir führen, sondern zu Gott. Nicht dahin, dass ich mir was Gutes tue, sondern dahin, dass ich mir klar werde, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Und ob ich vielleicht hier und da in einigen Lebensbereichen auf falsche Wege gelangt bin.

Fastenzeit ist Umkehrzeit. Und das geschieht vor allem innerlich und nicht äußerlich. Es geschieht in meinem Herzen, in meinem Denken, in meinem Wollen. Es ist ein Umkehren, ein Blick-Abwenden von mir hin zu Gott. Hinwendung. Hingabe.  Und wie bei allem ist es auch hier: Das kann ich nicht selbst machen. Ich kann mich nur vor Gott stellen und ihn bitten, mir die Augen zu öffnen und mich zu verändern.

Ich wünsche mir und meinen Leserinnen, dass wir ahnen, was das für unser Leben bedeuten kann. Und dass wir es wagen, uns umzuwenden.

Der Name Aschermittwoch stammt von dem Brauch, an diesem Tag auf die Stirn der Gläubigen ein Kreuz aus Asche zu zeichnen, als Erinnerung an die Vergänglichkeit des Menschen und als Ruf zur Umkehr zu Gott. In der Überschrift dieses Blogeintrags stehen die Worte, die der Priester dazu spricht, in lateinischer Sprache. Auf Deutsch lauten sie:

„Gedenke Mensch,
dass du Staub bist,
und zum Staub zurückkehrst.“

(1. Mose 3,19)

  • Einen wunderschönen guten Morgen!


    Wochenspruch


    Nächstes Fest im Kirchenjahr



  • Mond am 21.05.2012

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